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Zeitschrift Nachfolge

NF Oktober-Dezember 2009

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Wir haben keine Wahl

von Kim Thoday

Ian Corlett, ein bekannter Pastor der Church of Christ in Australien, erzählte von einer Zeit, als er an einer internationalen Konferenz in Asien teilnahm. Ian teilte das Zimmer mit einem jungen Pastor aus Indien. Eines Tages während der Konferenz erzählte der indische Pastor, wie aufgeregt er bezüglich seiner bevorstehenden Hochzeit war. Ian stellte einige Fragen über seine Braut und dabei wurde es offenbar, dass der junge Mann die Frau, mit der er verlobt war, noch nie getroffen hatte. Mit so viel kultureller Empfindsamkeit wie möglich fragte Ian, wie sie wüssten, dass sie einander lieben. Die Antwort des indischen Pastors war: „Wir werden lernen, einander zu lieben.“

Die Kirche ist, ob wir es mögen oder nicht, wie eine arrangierte Heirat! Wir entscheiden nicht, wer Teil der Kirche ist und wer nicht. Gott trifft diese Entscheidung. Wir werden nicht mit jedem gut auskommen, uns nicht mit jedem verstehen. So, was nun? Tatsache ist: Wenn wir Jesus Christus unser Leben übergeben, haben wir in dieser Angelegenheit in der Tat keine Wahl, denn wir sind berufen, sogar jene zu lieben, mit denen wir nicht auskommen.

Besonders Leiter von Gottes Kirche müssen zeigen, dass sie einander im Rahmen eines Teams lieben lernen und für das Erreichen einer gemeinsam geteilten Vision zusammenarbeiten. Das ist nicht einfach, aber wir haben keine Wahl, weil wir Jesus nachfolgen. Wenn wir nicht als Team arbeiten können, wenn wir nicht lernen, einander als Leitungsteam oder Gruppe von Ältesten oder Diakonen oder als Kirchenvorstand zu lieben, dann werden sicherlich auch die Gemeinden, die wir leiten, keine Einigkeit haben.

Denken wir an Jesus. Der Apostel Paulus erinnerte sich an Jesus, als er sich Spaltungen in der Gemeinde zu Korinth gegenübersah. Paulus erinnerte die Kirche, dass Jesus Christus für uns starb, damit wir miteinander anders umgehen; damit wir lernen, einander zu lieben. Als Christen haben wir keine Wahl, besonders als Leiter, die von Gott berufen sind; wir sind Menschen, die berufen sind, Versöhner zu sein, die lernen, andere zu schätzen und mit anderen zusammenzuarbeiten, mit denen wir wenig gemeinsam haben mögen. Das Konzept von Führerschaft unterscheidet sich sehr von einigen zeitgenössischen populären Führungsstilen in Kirchen, die nach einem Firmen-/Geschäftsmodell operieren.

Die Teamfähigkeit basiert immer auf Beziehungen. Beziehungen schließen Vertrauen mit ein. Es braucht Zeit, Vertrauen aufzubauen und man muss daran arbeiten. Ehen, ob sie nun arrangiert sind oder nicht, erfordern eine liebevolle Beziehung. Es braucht Zeit und Mühe, Beziehungen zu bauen. Konflikt ist nicht notwendigerweise schlecht.

Aber Konflikt kann schlecht gehandhabt werden. Ein schlechtes Konflikt-Management besteht darin, andere dafür verantwortlich zu machen oder den Konflikt weiter anzufachen. Ein gutes Konflikt-Management besteht darin, den Konflikt als eine Gelegenheit zu sehen, um über unsere Differenzen zu lernen und Versöhnung und Vergebung in Christus anzubieten. Konflikt ist manchmal Gottes Weg, um uns näher zusammenzubringen, und uns zum Verständnis zu führen, dass wir alle Teil des Problems sind. Ein gutes Konflikt-Management bedeutet, dass man sich bewusst ist, dass wir durch Kooperation alle ein Teil der Lösung werden und lernen können, einander wertzuschätzen.

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