Trinitarische, Christuszentierte Theologie
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Jesus und die Kirche in Offenbarung 12
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Fünf Phasen der Erneuerung in der örtlichen Gemeinde
Wir sind immer in seinen Gedanken
Wie Sie Gottes Vision für Ihre Gemeinde teilen
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Keine Angst vor dem himmlischen Richter
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NF Oktober-Dezember 2009
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Das Evangelium


Die Lehre von der Dreieinigkeit ist schon vor mehr als 1600 Jahren formuliert worden. Die meisten Christen nehmen Sie als gegebene Grundlage ihres Glaubens hin und verschwenden darüber nicht viele Gedanken. Der Theologe J. I. Packer bemerkte, dass die Dreieinigkeit gewöhnlich als ein wenig durchdachtes Stück von „theologischem Holz“ betrachtet wird, dem niemand viel Aufmerksamkeit widmet.
Aber was immer Ihr Verständnisgrad von der Doktrin der Dreieinigkeit ist, so können Sie sich eines sicher sein: Der dreieinige Gott ist unveränderlich in seiner Verpflichtung, Sie in die wunderbare Gemeinschaft des Lebens des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes einzubeziehen.
Gemeinschaft
Die Doktrin von der Dreieinigkeit lehrt, dass es nicht drei Götter gibt, sondern nur einen, und dass Gott, der eine wahre Gott, der Gott der Bibel, Vater, Sohn und Heiliger Geist ist. Dies war immer schon ein Konzept, das schwer in Worte zu fassen ist. Aber machen wir den Versuch. Der Vater, der Sohn und der Geist, so könnten wir sagen, wohnen sich gegenseitig inne, d. h. das Leben, das sie teilen, ist vollkommen gegenseitig durchdrungen. Mit anderen Worten, so etwas wie den Vater getrennt [abgesondert] vom Sohn und vom Geist gibt es nicht. So etwas wie den Sohn getrennt vom Vater und vom Geist gibt es nicht. Und es gibt keinen Heiligen Geist getrennt vom Vater und vom Sohn.
Das bedeutet: Wenn Sie in Christus sind, sind Sie in die Gemeinschaft und in die Freude des Lebens des dreieinigen Gottes einbezogen. Es bedeutet, dass der Vater Sie aufnimmt und mit Ihnen Gemeinschaft hat, so wie er mit Jesus Gemeinschaft hat. Es bedeutet, dass die Liebe, die Gott ein für alle Mal in der Menschwerdung Jesu Christi gezeigt hat, nicht geringer ist als die Liebe, die der Vater schon immer für Sie hatte – sogar bevor Sie zum Glauben kamen – und immer für Sie haben wird.
Es bedeutet, dass Gott in Christus erklärt hat, dass Sie zu ihm gehören – dass Sie einbezogen sind, dass Sie von Bedeutung sind. Das ist der Grund, warum sich im christlichen Leben alles um Liebe dreht – Gottes Liebe für Sie und Gottes Liebe in Ihnen.
Die wunderbare und schöne Gemeinschaft, die vom Vater, Sohn und Geist geteilt wird, ist eben jene Liebe, in die unser Erlöser Jesus uns durch sein Leben, seinen Tod, seine Auferstehung und Himmelfahrt als Gott im Fleisch stellt.
Gott hat uns nicht für das Alleinsein geschaffen. Nach Gottes Ebenbild geschaffen zu sein, wie die Menschheit nach Aussage der Bibel es ist (1Mo 1,27), bedeutet, für eine Liebebeziehung, zur Gemeinschaft mit Gott und miteinander geschaffen zu sein. Der verstorbene systematische Theologe Colin Gunton hat es so ausgedrückt: „Gott ist bereits vor der Schöpfung eine Gemeinschaft von Personen, die in liebevollen Beziehungen existiert.“
Gegenseitiges Innewohnen
Diese Vereinigung/Einheit [Gemeinschaft] von Vater, Sohn und Geist wurde von den frühen griechischen Kirchenvätern mit dem Wort perichoresis beschrieben. Sie benutzten das Wort im Sinne von gegenseitigem Innewohnen.
Warum ist das von Bedeutung? Weil es dieses innere Leben der Liebe in dem dreieinigen Gott ist, dass Gott mit uns in [durch] Jesus Christus teilt.
Der Theologe Michael Jinkins beschreibt dies wie folgt: „Durch die Selbsthingabe Jesu Christi, durch Gottes sich selbst entäußernde Annahme unserer Menschlichkeit, teilt Gott sein eigenes inneres Leben und Sein in Gemeinschaft mit uns, indem er uns durch das Wort Gottes und durch die Kraft des Heiligen Geistes mit sich selbst vereint. Somit bringt uns der Gott, der Liebe ist, in eine wirkliche Teilhabe an dem ewigen Leben Gottes.“
Klingt das zu „theologisch“? Vereinfachen wir es. Was Paulus den Heiden in Athen sagte, gilt für uns alle: „In Gott leben, weben und sind wir“ (Apg 17,28). Der Gott, in dem wir leben, weben und sind, ist der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, wobei jeder in vollkommener Gemeinschaft und Liebe im anderen existiert. Der Sohn wurde Mensch, sodass wir Menschen uns mit ihm in dieser vollkommenen Gemeinschaft der Liebe, die er mit dem Vater und dem Geist teilt, vereinigen können. Wir lernen all dies von Gottes eigener Selbstoffenbarung in Jesus Christus, die uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird.
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen“ (Joh 14,6-7).
„Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir? …Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir“ (Joh 14,10-11).
„An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch“ (Joh 14,20).
„Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir“ (Joh 17,20-21).
„Denn es hat Gott wohlgefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz“ (Kol 1,19-20).
Das Heil fließt aus Gottes absoluter Liebe und Treue zur Menschheit, nicht aus einem verzweifelten Versuch, die Schäden der Sünde zu beheben. Gottes gnädiger Plan für die Menschheit existierte bevor die Sünde jemals ins Bild kam (Eph 1,4). Gott hat unsere Zukunft garantiert – es hat ihm, wie Jesus sagte, „wohlgefallen, uns das Reich zu geben“ (Lk 12,32). Jesus hat uns mit sich dorthin genommen, wo er ist (Eph 2,6). Gott hat vor, niemals ohne uns zu sein. Mit allen von uns, „denn es hat Gott wohlgefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz“ (Kol 1,19-20). Das vergessen wir oft – aber Gott vergisst es nicht.
In seiner liebevollen Umarmung
In Jesus Christus, durch den Heiligen Geist und durch den Willen des Vaters werden wir sündigen Menschen trotz uns selber auf gnädige und liebevolle Weise in der göttlichen Umarmung des dreieinigen Gottes gehalten. Das ist genau das, was der Vater von Anfang an mit uns vorhatte. „In seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten“ (Eph 1,5-6).
Die Erlösung beginnt im Wesen Gottes, mit seiner absoluten und unauslöschlichen Liebe für die Menschheit, nicht mit menschlicher Sünde. Durch die Menschwerdung des Sohnes, indem er einer von uns wurde und uns eins mit ihm machte, bezieht Gott uns Menschen in die alles umfassende Liebe des Vaters für den Sohn und des Sohnes für den Vater ein. Gott hat uns zu genau diesem Zweck gemacht – damit wir in Christus seine geliebten Kinder sein können.
Dies war bereits Gottes Wille vor der Erschaffung der Welt: „Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten… Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist“ (Eph 1,4-6; 9-10).
Durch die Sühne schaffende Menschwerdung des Sohnes Jesus Christus wurde den Menschen bereits Vergebung zuteil, sie sind versöhnt und durch ihn gerettet. In Christus wurde für die ganze Menschheit göttliche Amnestie verkündet. Die Sünde, die durch Adam in die menschliche Erfahrung eintrat, kann der überwältigenden Flut von Gottes Gnade durch Jesus Christus nicht das Wasser reichen. Folglich schrieb der Apostel Paulus: „Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt“ (Röm 5,18).
Allversöhnung?
Wird also jedermann automatisch – vielleicht sogar gegen seinen Willen in die Freude, Gottes Willen zu kennen und ihn zu lieben, eintreten? So etwas ist tatsächlich ein Widerspruch in sich. D.h. es ist für uns unmöglich, gegen unseren Willen jemanden zu lieben. Gott zieht die ganze Menschheit zu sich (Joh12,32), aber er zwingt niemanden, zu ihm zu kommen. Gott möchte, dass jeder im Glauben zu ihm kommt (1Tim 2,4), aber er zwingt niemanden. Gott liebt alle Menschen (Joh 3,16), aber er zwingt niemanden dazu, ihn zu lieben – Liebe muss aus freiem Willen kommen, sie muss aus freien Stücken gegeben werden oder es ist keine Liebe.
Entgegen der Vorstellung der Allversöhnung [des universellen Heils] sind nur diejenigen, die Jesus vertrauen, in der Lage, ihn zu lieben und die Freude seines Heils zu erfahren. Diejenigen, die ihm nicht vertrauen, die seine Vergebung oder das Heil, das er bereits für sie gewonnen hat, ablehnen, sei es nun, weil sie es nicht möchten oder einfach weil sie sich nicht darum kümmern, können ihn nicht lieben und sich der Gemeinschaft mit ihm erfreuen. Für Menschen, die Gott als ihren Feind betrachten, ist Gottes beständige Liebe für sie eine grobe, ärgerliche Einmischung. Je mehr sie mit seiner Liebe konfrontiert werden, desto mehr hassen sie ihn. Denn für diejenigen, die Gott hassen, ist das Leben in Gottes Welt die Hölle.
Wie C. S. Lewis es ausgedrückt hat: „Die Verdammten sind, in einer Hinsicht, bis zum Ende erfolgreiche Rebellen; die Tore der Hölle sind von Innen her verriegelt.“ Oder wie es Robert Capon formulierte: „Es gibt keine Sünde, die Sie begehen können, die Gott in Jesus nicht bereits vergeben hat. Der einzige Weg, wie Sie sich in diese permanenten Schwierigkeiten bringen können, besteht darin, Vergebung abzulehnen. Das ist die Hölle.“
Immer in seinen Gedanken
Die Doktrin von der Dreieinigkeit ist weit mehr als ein Glaubensbekenntnis, das man auswendig aufsagt oder Wörter, die in Glaubenssätzen formuliert werden. Die zentrale biblische Wahrheit, dass Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist ist, prägt tatsächlich unseren Glauben und unser Leben als Christen. Die wunderbare und schöne Gemeinschaft, die vom Vater, Sohn und Geist geteilt wird, ist dieselbe Gemeinschaft der Liebe, in die uns unser Erlöser Jesus durch sein Leben, seinen Tod, seine Auferstehung und Himmelfahrt als Gott im Fleisch stellt (Joh 16,27; 1Joh 1,2-3).
Vor Anbeginn der Zeit hat der dreieinige Gott beschlossen, die Menschheit in das unbeschreibliche Leben, in die Gemeinschaft und Freude, die Vater, Sohn und Heiliger Geist als der eine wahre Gott gemeinsam teilen, zu bringen (Eph 1,4-10). In Jesus Christus, dem menschgewordenen Sohn Gottes, wurden wir mit dem Vater in eine rechte Beziehung gebracht, und in Jesus sind wir in die Gemeinschaft und Freude des gemeinsamen Lebens der Dreieinigkeit einbezogen (Eph 2,4-6). Die Kirche besteht aus denjenigen, die bereits zum Glauben an Christus gekommen sind. Aber die Erlösung gilt für alle (1Joh 2,1-2). Die Kluft wurde überbrückt. Der Preis wurde bezahlt. Der Weg ist für die menschliche Rasse offen – wie bei dem verlorenen Sohn im Gleichnis –, um nach Hause zu kommen.
Jesu Leben, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt sind Beweis für die totale und standhafte Hingabe des Vaters zu seinem liebevollen Zweck, die Menschheit in die Freude und die Gemeinschaft des Lebens der Dreieinigkeit einzubeziehen. Jesus ist der Beweis, dass der Vater uns niemals verlassen wird. In Jesus hat uns der Vater adoptiert und uns zu seinen geliebten Kindern gemacht, und er wird seine Pläne für uns niemals aufgeben.
Wenn wir Jesus vertrauen, dass er unser Ein und Alles ist, ist das kein leeres Vertrauen. Er ist unser Ein und Alles. In ihm sind unsere Sünden vergeben, unser Herz rein gemacht und wir sind einbezogen [inkludiert] in das Leben, das er mit dem Vater und dem Geist teilt.
Das Heil ist das direkte Resultat der stets treuen Liebe und Macht des Vaters, die durch Jesus Christus unbestreitbar bewiesen wurde, und uns durch den Heiligen Geist vermittelt wird. Es ist nicht unser Glaube, der uns rettet. Es ist Gott allein – Vater, Sohn und Geist – der uns rettet. Und Gott gibt uns den Glauben als ein Geschenk, um unsere Augen für die Wahrheit zu öffnen, wer er ist – und wer wir, als seine geliebten Kinder sind.
Gottes ewiges und allmächtiges Wort der Liebe und Einbeziehung [Aufnahme], wird niemals zum Stillschweigen kommen (Röm 8,32. 38-39). Sie gehören ihm und nichts im Himmel oder auf Erden kann dies jemals ändern.
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